En-tête

 

Ausgabe N° 1 - 2018

PLATEFORME-REHA.CH freut sich, Ihnen den Newsletter «Projekt: Patientenpfade» vom Juni 2018 präsentieren zu können und wünscht Ihnen viel Vergnügen beim Lesen! Wenn Sie weitere Informationen erhalten möchten, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung unter info@plateforme-reha.ch.

 

Sonderausgabe «Patientenpfade»
 


 

Rückblick auf die Veranstaltung vom 26. April 2018

Am 26. April fand im HFR Meyriez-Murten die offizielle Präsentation der Ergebnisse des Projekts "Patientenpfade" des Verbands PLATEFORME-REHA.CH statt. Mehr als 40 interessierte Fachleute reisten an, um die Resultate kennen zu lernen, aber auch um die Fortsetzung der Arbeit zu diskutieren. Zur Erinnerung: Im Rahmen des Projekts "Patientenpfade" sollten konkrete Vorschläge erarbeitet werden, die es Rehabilitations-Spitälern und Kliniken ermöglichen sich auf die nationalen Anforderungen im Zusammenhang mit der Einführung des künftigen ST Reha Tarifmodells vorzubereiten und mit Hilfe eines fachlichen Referenzrahmens die Prozessabläufe der Patientenversorgung zu harmonisieren.

Die Veranstaltung wurde von Dr. Stefan Goetz, Projektleiter "Patientenpfade" und Herrn Marc Baeuchle, Projektkoordinator, moderiert. Bei der Einleitung wurde erwähnt, dass das Projekt bereits Ende 2015 entstanden war, angetrieben von dem Wunsch das nationale Referenzdokument DefReha© für die Spital- und Klinik-Mitglieder des Verbands «einsatzfähig» zu machen. Mit diesem Projekt wollte der Vorstand von PLATEFORME-REHA.CH die Entwicklung der Arbeiten auf nationaler Ebene vorantreiben.

 

Teilprojekt « Prozessablauf » –
Aussagen der teilgenommenen Piloteinrichtungen

Die Teilnehmer konnten die Aussagen der Vertreter der vier Piloteinrichtungen, die ihre Erfahrungen bei der Umsetzung des Standard-Patientenversorgungsprozesses teilten, mitverfolgen. Es handelt sich dabei um den ersten Teil des Projekts "Patientenpfade" dessen Arbeit sich über fast 12 Monate erstreckte. Die Erfahrung ist jedoch noch nicht beendet, da die Piloteinrichtungen einerseits ihre Anstrengungen fortführen, indem sie die neue Arbeitsweise fortlaufend verbessern und konsolidieren und andererseits denselben Ablauf auf andere Rehabilitationsbereiche erweitern.

Es ist klar ersichtlich, dass die Piloteinrichtungen bei der Umsetzung der verschiedenen Phasen der Harmonisierung des Versorgungsprozesses denselben Schwierigkeiten und Herausforderungen gegenüberstehen: Es handelt sich um die Auswahlkriterien für eine stationäre Rehabilitation, einschliesslich insbesondere der Evaluierung des Rehabilitationspotenzials des Patienten, der Formalisierung des Rehabilitationsprojekts und der Evaluierung der Fortschritte sowie des Einbezugs von Patient und Angehörigen in das Projekt. Darüber hinaus gehören auch die Kostengutsprache der Versicherer für den Spitalaufenthalt (für OKP), die Durchführung der Eintrittsbilanz in den ersten 72 Stunden und in bestimmten Fällen die Kostengutspracheverlängerung zu den angetroffenen Schwierigkeiten.

Es ist anzumerken, dass ein Assessment der Patienten aufgrund von eingereichten Akten oft unzureichend ist. Es ist in jedem Fall besser Patienten klinisch beurteilen zu können. Aus organisatorischen Gründen und angesichts der verfügbaren Ressourcen gibt es jedoch solche Fern-Assessments, diese sollten eine Ausnahme darstellen. Eine korrekte Zuweisung der Rehabilitationspatienten ist entscheidend, um eine angemessene Patientenversorgung zu garantieren, die erforderlichen therapeutischen Leistungen bereitzustellen und ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Insgesamt sind die Piloteinrichtungen mit der Erfahrung sehr zufrieden und wollen die Arbeit fortsetzen. Fachleute wie auch Patienten und deren Angehörigen kommen dabei auf ihre Kosten: Erstere begrüssen eine neue Team-Dynamik in ihrer täglichen Arbeit, während Patienten und deren Angehörigen die Tatsache schätzen, dass sie stärker in den Behandlungsprozess und in die während ihres Aufenthalts getroffenen Entscheidungen eingebunden werden.

Gegenwärtig sind mehrere Studien am Laufen, um festzustellen ob und inwieweit sich diese Veränderungen auf klinische Indikatoren wie die durchschnittliche Aufenthaltsdauer und eventuelle Wiederaufnahmen auswirken.

 

Teilprojekt « Leistungen »

Der zweite Teil des Projekts "Patientenpfade" ist Teil des Bestrebens DefReha© zu operationalisieren. Ziel ist es, die Besonderheiten einer Versorgung in der stationären Rehabilitation auf Grundlage der erforderlichen medizinisch-therapeutischen Massnahmen und der zu liefernden therapeutischen Leistungen im Rahmen der vier Rehabilitationsbereiche zu definieren. Der gewählte Ansatzpunkt ist der "Minimalschwellenwert" um allen Patienten qualitativ hochwertige Leistungen zu bieten und gleichzeitig die unentbehrliche Flexibilität gemäss ihren individuellen Bedürfnissen und ihrem aktuellen Gesundheitszustand zu erhalten.

Bei dieser Entscheidung haben wir bereits mit einer Aktualisierung von DefReha© durch H+ ("DefReha 2.0") gerechnet. Im Hinblick auf die Einführung des künftigen Tarifmodells und der Festlegung der Bedingungen durch nationale Akteure für die Vergütung, erkannte der Vorstand von PLATEFORME-REHA.CH bereits Anfang 2017 die Notwendigkeit, einen präziseren Rahmen für die stationäre Rehabilitation zu schaffen. Die Herausforderung besteht darin die Besonderheiten der stationären Rehabilitation aufzuzeigen und eindeutig zu definieren. Die Aktualisierung von DefReha©, die demnächst von H+ Mitgliedsspitälern und -kliniken im Rahmen der Vernehmlassung eingesehen werden kann, verfolgt dasselbe Ziel. Die Herausforderung für PLATEFORME-REHA.CH besteht auch darin, dass die unterschiedlichen Patiententypologien anerkannt werden. Daraus geht die Notwendigkeit hervor unterschiedliche Intensitätsniveaus für die stationäre Rehabilitation zu entwickeln.

In diesem Sinne wurde von den Teilnehmern am 26. April die Wichtigkeit hervorgehoben keine zu hohe erforderliche Minimalschwelle festzulegen, wohlwissend, dass der Zugang zum zukünftigen Tarifmodell von den zahlenden Partnern für gegebene Patiententypologien abgelehnt werden könnte. Daher können die Mitglieder von PLATEFORME-REHA.CH das Ergebnis des Teilprojekts "Leistungen" bei der Aktualisierung von "DefReha 2.0" geltend machen und somit die Arbeit auf nationaler Ebene beeinflussen.

In der endgültigen Fassung des Berichts wurden die verschiedenen, während dieser Sitzung abgegebenen Kommentare berücksichtigt.

 

Erwartungen der Mitglieder gegenüber
dem Verband PLATEFORME-REHA.CH

Der Vormittag vom 26. April 2018 im HFR Meyriez-Murten hat die wachsende Besorgnis der Spitäler und Kliniken, Mitglieder von PLATEFORME-REHA.CH im Hinblick auf die zukünftigen Veränderungen auf dem Gebiet der stationären Rehabilitation und insbesondere in Voraussicht des künftigen Tarifmodells und seiner Zugangsbedingungen aufgezeigt. Da die Herausforderungen für die betroffenen Leistungserbringer präziser und greifbarer werden, besteht die Angst vor allem darin, mit grossen Veränderungen auf institutioneller oder gar inter-institutioneller und politischer Ebene umgehen zu müssen. Auch die Befürchtung vor negativen Auswirkungen auf die Patienten ist sehr real geworden.

In diesem Zusammenhang ist die Notwendigkeit eines Verbands wie PLATEFORME-REHA.CH, der sich im Hinblick auf die Fristen Gehör verschaffen kann, handeln kann und die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler Ebene vertreten kann, entscheidend. Der Vorstand hat die Erwartungen der Mitglieder verstanden und wird sich bemühen weiterhin die bestmöglichen Antworten zu geben.

 

Das am 26. April vorgestellte PowerPoint-Dokument sowie die endgültige Fassung des Berichts können von unseren Mitgliedern unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.plateforme-reha.ch/dokumente.

 

Wir möchten bei dieser Gelegenheit all jenen Personen danken, die zum Gesamtprojekt « Patientenpfade » beigetragen haben sowie den zahlreichen Teilnehmern an der Präsentation im HFR Meyriez-Murten. Dies hat uns erlaubt das vielversprechende Projekt mit einer klaren Vision auf unsere zukünftige Arbeit und einer optimistischen Note abzuschliessen!

---

Juni 2018

PLATEFORME-REHA.CH

c/o Fondation Plein Soleil, Chemin de la Cigale 3, CH-1010 Lausanne, 078 672 24 90
info@plateforme-reha.ch