En-tête

 

Ausgabe N° 1 - 2017

PLATEFORME-REHA.CH freut sich, Ihnen den ersten Newsletter 2017 präsentieren zu können und wünscht Ihnen viel Spass beim Lesen! Wenn Sie weitere Informationen erhalten möchten, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung unter (info@plateforme-reha.ch).

Generalversammlungen

Die letzte Generalversammlung von PLATEFORME-REHA.CH fand im Spital Riviera Chablais in Blonay statt, wo alle Teilnehmer herzlich empfangen wurden. Wie üblich wurden die Mitglieder bei dieser Gelegenheit über abgeschlossene und laufende Projekte ausführlich informiert. Finden Sie hier die Dokumente und Unterlagen im Zusammenhang mit dieser Versammlung.

Die nächste Generalversammlung wird am Donnerstag, 23. November 2017 um 10 Uhr in der Fondation Plein Soleil in Lausanne stattfinden.

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Qualität

 

Projekt «Patientenpfade»

 

Ende der Teilprojektes «Prozess»

Da es aus wohl politischen Gründen bis Herbst 2016 nur wenige Fortschritte bei den Gesprächen mit H+ und SW!SS REHA bezüglich einer Partnerschaft im Rahmen des «Patientenpfade»-Projektes gab, beschloss der Vorstand das Projekt alleine fortzuführen und die anstehenden Arbeiten nicht weiter zu verlangsamen.

Seitdem geht es zügig voran: die Projektphase «Umsetzung des Standardprozesses der Patientenversorgung in den Pilot-Institutionen» wurde Ende Frühling 2017 abgeschlossen. Dieser «Standardprozess» wurde auf Basis der verschiedenen, in den letzten Jahren in der Schweiz eingeführten «Standards» (ICF, DefReha©, ANQ-Messplan, ST Reha) definiert. Unterstützt von einem Steuerungsausschuss (COPIL), konnten die fünf teilnehmenden Pilot-Einrichtungen das Ausmass der mit der Umsetzung einhergehenden Anforderungen erkennen, allfällige Schwierigkeiten beheben und in der gewünschten Richtung weiterfahren. Die Ergebnisse wurden an der Abschlusssitzung dieser Projektphase am 14. Juni präsentiert und trotz einiger Hindernisse werden die Konformitätsarbeiten innerhalb der Pilot-Einrichtungen weitergeführt. Zudem werden die Erfahrungen in einem Bericht zusammengefasst und im Verlaufe dieses Herbsts zur Verfügung gestellt.

Hinsichtlich der Einführung des künftigen Tarifmodells ST Reha im Jahr 2020 weisen wir auf die Relevanz für die Spitäler und Kliniken im Reha-Bereich hin, sich auf einen klar definierten und standardkonformen Prozessablauf berufen zu können. Es wird vis-à-vis der Kostenträger unabdinglich sein, diesen in aller Transparenz aufzuzeigen zu können, genauso wie die Qualität und Kosten der erbrachten Leistungen. Aufbauend auf dem durch dieses Projekt erworbenen Know-hows, sind wir nun in der Lage unsere Mitglieder bei der Umsetzung des Standardprozesses innerhalb ihrer Abteilungen und Einrichtungen zu unterstützen. Gerne können Sie dazu unser Sekretariat kontaktieren.

  

Kick-off des Teilprojektes «Leistungen» mit dem Ziel,

die reha-spezifischen Leistungen zu definieren

Die Sitzung vom 14. Juni diente ebenfalls dazu, die zweite Phase des Projektes «Patientenpfade» zu lancieren. Während das erste Teilprojekt mit dem Prozessablauf die organisatorischen Grundlagen geschaffen hat, geht es nun darum, die erforderlichen medizinisch-therapeutischen Kompetenzen sowie eine Mindestanzahl der therapeutischen Leistungen für die wichtigsten Rehabilitationsbereiche zu erörtern (geriatrische Reha/innere Medizin, muskuloskelettale, neurologische und kardiologische).

Im Hinblick auf die Einführung des zukünftigen Tarifmodells ST Reha, drängt sich die Frage der Abgrenzung zwischen Rehabilitation und anderen Arten der Patientenbetreuung (Kurz- & Langzeitpflege, Nachsorgebehandlungen, Übergangspflege, Akutversorgung) zunehmend auf. Und natürlich sind die verschiedenen Akteure, allen voran die Kostenträger (Versicherer und Kantone), an einer solchen Differenzierung interessiert. Mit dem Teilprojekt «Leistungen» versucht PLATEFORME-REHA.CH nun Antworten zu geben und somit eine führende Rolle bei diesem Thema einzunehmen. Auch die AK Reha von H+ hat kürzlich entschieden, eine Version 2.0 des Referenzdokuments DefReha© zu erstellen, mit dem Ziel die reha-spezifischen Leistungen zu definieren. Die Arbeiten hierfür werden diesen Herbst beginnen und voraussichtlich im Frühling 2018 beendet sein. Da das Teilprojekt «Leistungen» von PLATEFORME-REHA.CH spätestens Ende Oktober 2017 beendet sein wird, hoffen wir, mit den Ergebnissen die Erstellung von DefReha © 2.0 aktiv unterstützen zu können. Unsere zwei in der AK Reha einsitzenden Vorstandsmitglieder Dr. Stefan Goetz und Marc Baeuchle werden sich in diesem Sinne engagieren.  

Falls Sie an dem Teilprojekt «Leistungen» teilnehmen möchten oder mehr Informationen wünschen, steht Ihnen die Projektmanagerin Sylvie Roches gerne zur Verfügung (sylvie.roches@plateforme-reha.ch).

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Tarifierung

 

SwissDRG AG will « CHOP-Codes »

im zukünftigen Tarifmodell einführen

Seit Anfang 2016 bezieht sich SwissDRG AG regelmässig auf die «CHOP-Codes» um eine direkte Verbindung zwischen Leistungen und Kosten im künftigen Tarifmodell herzustellen, eine Verbindung die gemäss SwissDRG AG im aktuellen St Reha-Modell nicht gewährleistet ist. Wie bei ihrer Rolle beim Tarifmodell der Akutversorgung (SwissDRG), würden diese „Codes“ alle Behandlungsabläufe während des Aufenthalts eines Patienten identifizieren und damit eine klare Vision der medizinisch und therapeutisch erbrachten Leistungen wiedergeben. Auf dieser Grundlage sind auch die Fallpauschalen der Akutversorgung im Rahmen des SwissDRG-Systems aufgebaut.

Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass einerseits die Logik der Fallpauschale (also für die gesamte Dauer eines Patientenaufenthalts) generell für den Rehabilitationsbereich als nicht anwendbar angesehen wird. Andererseits beruht der ursprüngliche Ansatz von ST Reha auf der Idee, eine «Patientenkostenvorhersage» auf Basis des regelmässig klinisch beurteilten Funktionsdefizites der Patienten zu erstellen. Mit anderen Worten, nach ST Reha-Logik sind es die identifizierten Bedürfnisse des Patienten, die die Vergütung des Leistungserbringers bestimmen und nicht die tatsächlich erbrachten Leistungen.

Es ist ersichtlich, dass es sich dabei um zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze eines Tarifmodells handelt. Wenn somit die SwissDRG SA das künftige Tarifmodell mit CHOP-Codes zu «verbessern» versucht, ist deshalb bei den Fürsprechern des ST Reha-Modells die Rede von einem «Paradigmenwechsel».

Zurzeit wurden bereits zahlreiche Anträge für neue CHOP-Codes an das Bundesamt für Statistik (BFS), zuständige Instanz zur Validierung, gerichtet. SwissDRG AG ihrerseits meint jedoch, dass es nicht Teil ihres Mandats sei diese Entwicklung zu kanalisieren und/oder zu koordinieren. Das Fehlen einer gemeinsamen Strategie kann jedoch dazu führen, dass die Anträge von verschiedenen Parteiinteressen geleitet werden und die Liste der neuen Codes am Ende eine Inkohärenz aufweist oder unvollständig sein wird.

 

Neuer Tarif-Ausschuss : Priorität CHOP-Codes

Im Hinblick der obigen Ausführungen stellt PLATEFORME-REHA.CH derzeit einen neuen «Tarif-Ausschuss» zusammen, der sich prioritär auf die koordinierte Entwicklung dieser Codes konzentriert.

Auf jeden Fall werden die Ergebnisse des Projektes «Patientenpfade» für diesen Ausschuss von grossem Nutzen sein, um die Codes möglichst nahe auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder aufzubauen, sowohl auf Ebene des klinischen Prozessablaufs wie auch bei den zu erbringenden Leistungen. Wir werden Sie in unserem nächsten Newsletter über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

 

Stellvertretender Sitz

im beratenden Ausschuss von ST Reha

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass PLATEFORME-REHA.CH seit Anfang 2017 via H+ mit einem stellvertretenden Sitz innerhalb des beratenden ST Reha-Ausschusses von SwissDRG AG vertreten ist. Der Vorstand hat seinen Präsidenten Herrn Marc Baeuchle zu diesem Zweck ernannt. Auf diese Weise kann unser Verband die Arbeiten an dem zukünftigen Tarifmodell direkt «aus erster Hand» verfolgen und, in Abstimmung mit H+, allfällige Vorschläge einbringen.

 

MT RehaGer

Im Herbst 2016 informierte SwissDRG AG offiziell unseren Verband über die Ablehnung des Antrags zur Schaffung einer Ad-hoc-Kategorie für die geriatrische Rehabilitation im ST Reha-Modell. Am 30. Januar 2017 empfing das Management von SwissDRG AG eine Delegation des Vorstands, um in Anwesenheit von mehreren Vertretern von kantonalen Gesundheitsdiensten ihre Ablehnungsgründe darzulegen.

Dabei stellte sich heraus, dass die Kreation einer spezifischen Kategorie für geriatrische Rehabilitation im Modell ST Reha den strategischen Zielen der SwissDRG AG entgegenstehen würde. Diese sind einerseits das Modell ST Reha zu «vereinfachen» und andererseits die schon oben erwähnte Verbindung zwischen den Leistungen und der Vergütung zu verstärken. Die Vereinfachung von ST Reha, das heisst die vier bestehenden Kategorien in einem einzigen «PCS» zu konsolidieren, wäre laut SwissDRG SA durch das Ergebnis der Datenerhebung von 2015 zu überdenken. Dieses weist bei den verschiedenen existierenden Kategorien von ST Reha eine relative Homogenität der Kosten auf, was eine einzige globale Kategorie für alle Bereiche der stationären Rehabilitation erlauben würde. Obwohl eine Entscheidung in diese Richtung derzeit noch aussteht, geht trotzdem klar hervor, dass sich SwissDRG AG kategorisch jeder Erweiterung von ST Reha entgegensetzen wird.

Auch wenn SwissDRG AG nicht auf den Antrag unseres Verbandes eingegangen ist, muss das MT RehaGer-Projekt als Erfolg betrachtet werden: Es hat landesweit das Bewusstsein der geriatrischen Reha-Problematik geschärft und den Mitgliedern von PLATFORME-REHA.CH geholfen, die allgemeinen Herausforderungen sowie die technischen Aspekte von ST Reha besser zu verstehen. Vor allem aber hat das MT RehaGer-Projekt dazu beigetragen, das HAQ Assessment-Tool – im Zusammenhang mit der geriatrischen Rehabilitation als völlig ungeeignet angesehen– durch den FIM zu ersetzen, und das sowohl im Rahmen von ST Reha als auch im ANQ-Messplan.

Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um Allen, die auf die eine oder andere Art am MT RehaGer- Projekt mitgewirkt haben, für die wertvolle Unterstützung zu danken!

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Bildung & Forschung


Bildung

Seit der Gründung des «Bildungs-Ausschusses» im Jahre 2014 hat PLATEFORME-REHA.CH in Zusammenarbeit mit Espace Compétences ein breites, reha-spezifisches Ausbildungsangebot entwickelt. Heute informieren wir Sie, dass ANQ unseren Lehrplan in vollem Umfang übernommen hat und ab sofort die alleinige Verantwortung sowie auch die Finanzierung auf nationaler Ebene übernimmt. Eine Arbeitsgruppe innerhalb der ANQ, zu der auch zwei unserer Vorstandsmitglieder zählen, koordiniert und überwacht die Organisation sowie die zukünftige Entwicklung dieses Angebots. Die Kurse finden weiterhin bei Espace Compétences in Cully und bei H+ Bildung in Aarau statt. Für weitere Informationen oder Fragen zum Schulungsplan 2017 können Sie sich auf die Webseite von Espace Compétences beziehen oder sich direkt an die ANQ wenden.

 

August 2017

PLATEFORME-REHA.CH

c/o Fondation Plein Soleil, Chemin de la Cigale 3, CH-1010 Lausanne, 078 672 24 90
info@plateforme-reha.ch