En-tête

 

Ausgabe N° 1 - 2016

PLATEFORME-REHA.CH freut sich, Ihnen den ersten Newsletter 2016 präsentieren zu können und wünscht Ihnen viel Spass beim Lesen! Wenn Sie weitere Informationen erhalten möchten, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung unter info@plateforme-reha.ch.

Rückblick auf den Kongress vom 24. September 2015 im Olympischen Museum/Lausanne

Der 1. Kongress von PLATEFORME-REHA.CH am 24. September 2015 im Olympischen Museum in Lausanne war ein Erfolg! In einem zauberhaften Rahmen und mit der Präsenz von rund 130 Teilnehmern diente dieser Tag unter anderem auch die zahlreichen Herausforderungen mit denen wir derzeit auf dem Gebiet der stationären Rehabilitation in der Schweiz konfrontiert sind hervorzuheben, insbesondere das künftige Finanzierungssystem.

Organisiert rund um das Thema der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), konnten die Teilnehmer sich eine klare Vorstellung der verschiedenen Dimensionen dieses Referenzrahmens machen, vergleichbar mit einer wahrhaften "Patientenversorgungs-Philosophie". Die Komplexität der Anwendung und deren Auswirkungen auf die Betriebsabläufe in Kliniken und Spitälern wurden ausführlich diskutiert, wie auch die Grenzen die eine Anwendung der ICF mit sich bringt.

Der Tag beantwortete ausserdem Fragen betreffend der Vielfältigkeit und deren Ursprung im Bereich der Schweizer Rehabilitations-Landschaft und zeigte Lösungsansätze für die Zukunft auf.

Was die Ergebnisse der Zufriedenheitsumfrage der Kongressteilnehmer anbelangt, bestätigen diese weitgehend den guten Eindruck, den Teilnehmer und Referenten bereits während dem herrlichen Tag zum Ausdruck gebracht haben!

Sie finden sämtliche Präsentationen wie auch Fotos hier.

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Generalversammlungen 2016

Wir freuen uns, Sie über die Daten unserer Generalversammlungen im 2016 zu informieren:

Frühling: Donnerstag 16. Juni 2016, 10:00-12:00, Freiburger Spital, Standort Meyriez-Murten

Am Ende der Versammlung ist eine Besichtigungstour des Standorts geplant. Wir danken dem Spital schon jetzt ganz herzlich für ihre Gastfreundschaft!

Herbst: Donnerstag 24. November 2016, 10:00-12:00, (Ort noch nicht festgelegt)

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Qualität

 

Projektstart "Patientenpfade"

Es ist allgemein bekannt, dass die Patientenbetreuung und die Pflegeleistungen im Bereich der stationären Rehabilitation in der Schweiz sehr unterschiedlich sind. Nun fordert das KVG jedoch, dass aus Kosten- und Transparenzgründen sowie für die Wettbewerbsfähigkeit Praktiken harmonisiert werden. Aus diesem Grund wird im Reha-Bereich ab 2018 ein einheitliches Tarifmodell eingeführt (ST Reha).

Es ist offensichtlich, dass es bis dahin noch ein langer Weg sein wird und die Folgen der Einführung des neuen Tarifmodells können von einer Region zur anderen, von einem Kanton zum anderen oder sogar von einem Spital oder einer Klinik zur anderen mehr oder weniger gravierend sein. Ausserdem ist anzunehmen, dass der Zugang zum zukünftigen Tarifmodell begrenzt sein wird (d.h. die Möglichkeiten in diesem neuen Rahmen abzurechnen), ganz zu schweigen vom Risiko einer Unterfinanzierung für die Leistungserbringer gemäss den Betreuungspraktiken und den Patientenbedürfnissen.

Für PLATEFORME-REHA.CH ist es wichtig die verbleibende Zeit nutzen, um ihren Mitgliedern (und darüber hinaus) Empfehlungen bereitzustellen, um den Versorgungsprozess zu organisieren und die zu erbringenden Leistungen auf den aktuellen Stand zu bringen. Ausgehend vom nationalen Referenzdokument DefReha ©, welches ein theoretisches Dokument ist, und unter Berücksichtigung der Vorgaben von ST Reha und des ANQ-Messplans, ist das Hauptziel des Projektes ein "Best-Practice-Handbuch" für alle Akteure im Bereich der stationären Rehabilitation zu entwickeln.

Es handelt sich dabei natürlich um ein ehrgeiziges Projekt, aber PLATEFORME-REHA.CH ist fest entschlossen und hat die Mittel dies durchzuführen: Nach der Ernennung des Projektleiters, Dr. Stefan Goetz, und dem Projektmanager, Frau Sylvie Roches, ist momentan die Einrichtung eines nationalen Steuerungsausschusses am Laufen. Eine Datenerhebung zur Übersicht von bestehenden Praktiken wurde bereits lanciert und ergab erste interessante Ergebnisse. Alle Reha-Kliniken in der Schweiz erhielten einen Brief zur Information und eine Einladung an der Online-Umfrage teilzunehmen (noch immer möglich).

Zudem wird ein "Kick-off"-Treffen für September 2016 organisiert, an welches wir Sie bereits herzlich einladen. Wir hoffen, uns auch auf Partnerschaften mit anderen Akteuren im Reha-Bereich stützen zu können und werden Sie darüber auf dem Laufenden halten.

Klicken Sie hier, um zu einem kürzlich in der Fachzeitschrift « Competence » von H+ erschienenen Artikel zu gelangen. 

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Tarifierung

ST Reha

Vorgeschichte 

Das KVG sieht die Anwendung von Pauschalen vor, welche sich an der Art und Intensität der erbrachten Leistungen in den Kliniken orientieren. Sie müssen gesamtschweizerisch auf einheitlichen Strukturen (KVG Art. 49) aufgebaut sein.

Aufenthalte in der stationären somatischen Rehabilitation werden derzeit jedoch je nach Kanton in welchem die Leistungen erbracht werden unterschiedlich finanziert. Der politische Wille für eine einheitliche Tarifgestaltung in der ganzen Schweiz ist vorhanden, aber erst im Jahre 2012 wurden schweizweit die notwendigen Schritte eingeleitet um dies zu realisieren: mit dem Projekt ST Reha.

Bis zum 31. Dezember 2015 war die Projektleitung ST Reha in den Händen von H+,  nationaler Dachverband der Spitäler und Kliniken. Seit dem 1. Januar 2016 hat SwissDRG SA diese Rolle übernommen.

ST Reha: Version 0.3

Das geplante Tarifmodell unterscheidet 4 Rehabilitationsarten: Die neurologische, die kardiovaskuläre, die pulmonale und die "andere" (früher muskuloskelettale) Rehabilitation. Für ST Reha geht es darum festzulegen, welche Daten die beste Vorhersagekraft für die anstehenden Betreuungskosten haben. Dazu kommunizieren die "Pilot"- Institutionen die wichtigsten Merkmale ihrer Patienten. Es handelt sich also vor Allem um Assessmentdaten, die in diesen vier Kategorien identifiziert wurden, sowie deren Fallkosten.

Die Daten 2014 von 18 Kliniken wurden von der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) zusammengestellt. Von 83'185 erhaltenen Patientenwochen von 19'300 Patienten, konnten etwa 70% als Teil der Studie anerkannt werden (57'000  Patientenwochen von 13‘237 Patienten). Dies entspricht etwa 30% der Fälle von stationärer somatischer Rehabilitation in der Schweiz. Nach mehreren statistischen Operationen (lineare Regressionen und Festlegung von Gruppentarifen pro Kategorie) wurde die v0.3 des Patientenklassifikationssystems (PCS) aufgebaut. Obwohl die Datenmenge vom Jahre 2014 insgesamt wesentlich grösser ist als im Jahre 2013, gab es nicht genug Daten für die Rehabilitationskategorien kardiovaskulär und pulmonal. Nur zwei von den vier geplanten PCS konnten also bislang entwickelt werden: Die Rehabilitationskategorien „Neurologie“ und „Andere“. Zwei Grouper stehen für diese Kategorien zur Verfügung. Sie sind über die folgenden Links zu erreichen:
https://streha.shinyapps.io/PCS_Neuro_v03
https://streha.shinyapps.io/PCS_Andere_v03 

Aus Sicht der vorherigen Projektleitung (H+) sind die Ergebnisse dieses Tarifstrukturentwurfs überzeugend, obgleich das Modell noch verbesserungswürdig ist, was vor allem eine grössere Anzahl von teilnehmenden Spitälern und Kliniken voraussetzt.  PATEFORME-REHA.CH unterstützt diesen Ansatz und ermuntert wiederholt seine Mitglieder die Daten von 2015 zu liefern. Nur unter dieser Bedingung kann das Tarifmodell rechtzeitig umgesetzt werden (vor 2018). Andernfalls wird der Verwaltungsrat der SwissDRG entscheiden müssen, ob das Inkrafttreten des neuen Modells verschoben oder sogar ganz aufgegeben wird.

 

Ergebnisse der MT RehaGer-Studie

Die MT RehaGer-Studie ist nun abgeschlossen und der Schlussbericht wird zurzeit den verschiedenen Interessengruppen und politischen Instanzen zur Kenntnis gebracht.

PLATEFORME-REHA.CH sieht sich in seiner ersten Einschätzung bestätigt, dass im aktuellen Tarifmodell ST Reha eine unzureichende Berücksichtigung der in der geriatrischen Rehabilitation anfallenden Kosten besteht. Nachfolgend finden Sie die Schlussfolgerung des Berichts der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Mandatsnehmer):

„Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das PCS Geriatrie eine deutlich bessere Differenzierung der Patienten erlaubt und die vom PCS „Andere“ vergebenen Schweregrade für Geriatrie-Patienten nur einen geringen Zusammenhang mit dem tatsächlich beobachteten Aufwand haben. Vor diesem Hintergrund kann ein eigenes PCS für den Bereich der geriatrischen Rehabilitation in Betracht gezogen werden. Das in dieser Studie entwickelte PCS für die geriatrische Rehabilitation ist aus statistischen Gesichtspunkten gültig, differenziert die Patienten hinreichend genau in verschiedene Kostengruppen und ist praxistauglich.“

Allerdings ist der Weg zur Anerkennung der Notwendigkeit ein spezifisches "PCS Geriatrie" in ST Reha zu integrieren lange und nichts garantiert uns heute, dass dieses Ziel erreicht wird. Der Antrag wurde bereits an SwissDRG SA eingereicht und wir sind zuversichtlich unser Ziel zu erreichen, indem wir auch auf die Unterstützung der verschiedenen Interessengruppen zählen (FMH, Kantone, Dachverbände usw.). 

Link zur Zusammenfassung des Schlussberichts der ZHAW 
Link zum Schlussbericht (nur für Mitglieder)

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Planung

Übersicht der kantonalen Planungen

PLATEFORME-REHA.CH hat die Liste mit allen in der Schweiz verfügbaren Informationen über dieses Thema aktualisiert. Sie werden von allen Kantonen Informationen über deren Pflegeleistungen und in den meisten Fällen auch offizielle Referenzdokumente finden.
Wir danken allen betreffenden Dienstämtern der Kantone für die wertvolle Zusammenarbeit.

 Link zur Übersicht  

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Bildung & Forschung

 

Partnerschaft mit Espace-Compétences und Zusammenarbeit mit dem ANQ

Die Übergabe des ST Reha-Projektes an SwissDRG SA Ende 2015 war eine willkommene Gelegenheit alle Beteiligten noch einmal an die zentrale Bedeutung der Qualität der erfassten Daten zu erinnern, die im Rahmen von ST Reha von jeder Einrichtung übermittelt werden. Tatsächlich werden nur qualitativ hochstehende Daten die Effizienz, die Rentabilität und die Glaubwürdigkeit des künftigen Tarifmodells sicherstellen!

PLATEFORME-REHA.CH hat nicht das Ende des Jahres 2015 abgewartet um Lösungen zu finden, die Qualität der erfassten Daten zu gewährleisten: Schon ab November 2014 wurde ein Ausbildungsausschuss in Zusammenarbeit mit dem welschen Ausbildungszentrum von H+, Espace-Compétences, gegründet. Dieser Ausschuss hat ein gezieltes Bildungsprogramm für die spezifischen Bedürfnisse des Rehabilitationsbereiches erarbeitet, um die notwendigen Kompetenzen zu entwickeln und so die qualitativen Vorgaben des zukünftigen Tarifmodells zu erfüllen.

Bis heute haben 321 Fachleute die verschiedenen Kurse belegt. Angesichts des Erfolgs hat der Ausschuss beschlossen, das Programm auch im 2016 anzubieten und es gleichzeitig zu verfeinern (siehe unten; Angebote online => www.plateforme-reha.ch/formation).

Im Anschluss daran hat sich der ANQ an PLATEFORME-REHA.CH gewandt, um gemeinsam ein einheitliches Bildungsprogramm für die ganze Schweiz zu entwickeln. Das Management dieses zukünftigen, „ANQ-zertifizierten“ Programmes wurde den zwei Ausbildungszentren von H+ (H+-Bildung für die deutschsprachige Schweiz und Espace-Compétences für die Romandie) übertragen. Das erste Resultat dieser Zusammenarbeit finden Sie hier.

Das ist natürlich eine schöne Anerkennung für PLATEFORME-REHA.CH und wir werden Sie auf jeden Fall über die weiteren Schritte informieren.

 

Ausbildung zum FIM-Prüfer/Coach -

Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen!

Nach mehreren abgeschlossenen Ausbildungseinheiten seit Ende 2014 über die Verwendung des FIM ist klar, dass das Niveau der Beherrschung dieser klinischen Bewertungsskala sehr unausgeglichen bleibt und im Allgemeinen nicht zufriedenstellend ist. Die richtige Nutzung dieses Instrumentes wird jedoch eine unerlässliche Voraussetzung sein, um im Rahmen von ST Reha korrekt finanziert zu werden. Deshalb möchte die Ausbildungskommission einen Pool mit "FIM-Spezialisten" bilden, die in der Lage sind das Niveau der Beherrschung des Instrumentes zu prüfen und die Gruppen nach Bedarf zu coachen, um so eine optimale, interne Anwendung des FIM in Spitälern und Kliniken zu gewährleisten.

Deshalb werden alle Personen, die besonders gute Kenntnisse des FIM aufweisen können und interessiert sind, aufgefordert Espace-Compétences bis zum Sommer 2016 zu kontaktieren: cedric.delapraz@espace-competences.ch oder 021.799.92.44.

Mai 2016

PLATEFORME-REHA.CH

Ch. des Colombaires 31, CH-1096 Cully, 021 799 08 33 - info@plateforme-reha.ch